An dieser Stelle wieder einmal ein Einblick in unseren Alltag. Wie handeln wir die Ferien?
Nachdem mein Partner und ich uns nach einem Jahr der Trennung wieder angenähert hatten und unsere Beziehung 2.0 vorsichtig aufgebaut hatten, legten wir als Richtwert fest, dass wir zukünftig die Hälfte der Ferien zusammen verbringen würden. Damals dateten weder er noch ich andere Personen intensiver. Die Idee dahinter war also nicht primär, dadurch auch mit anderen romantischen Partner:innen Urlaub verbringen zu können. Das war noch zu weit weg. Es ging vielmehr darum, unsere alten Muster aufzubrechen. Früher verbrachten wir in aller Selbstverständlichkeit sämtliche Ferien immer zusammen. Auch das gehörte zu unserem symbiotischen Verhalten. Für unsere neue Beziehung wollten wir nicht dorthin zurückfallen, sondern beide sollten eine gesunde Autonomie wahren.
Unsere ersten gemeinsamen Ferien waren übrigens ein Desaster. Wir buchten zwei Wochen am Stück und ich kam mit der plötzlichen 24/7-Nähe nach einem Jahr Trennung überhaupt nicht klar. Ich hatte schon vorher ein ungutes Gefühl, hörte aber nicht darauf. Drama. Es tut mir heute noch leid, dass ich eine solche Zumutung für ihn war.
Nachdem wir diese Zeit (wiederum mit vielen Gesprächen und emotionalen Achterbahnen) überstanden hatten, gingen wir es ruhiger und klüger an. Es müssen ja nicht gleich zwei Wochen am Stück sein. Man könnte ja auch mit einem verlängerten Wochenende beginnen. An einem Ort, an dem man sich notfalls auch aus dem Weg gehen könnte. So bekamen wir das allmählich hin.
Da wir über die andere Hälfte der Urlaubstage jeweils selbst verfügen, fügte es sich dann ziemlich natürlich und ohne Drama, dass wir diese mittlerweile auch mit anderen romantischen Partner:innen verbringen können. Beim ersten Mal war mein Partner bereits seit knapp einem Jahr in seiner neuen Beziehung, als sich bei mir relativ überraschend nach erst kurzer Dating-Phase die Gelegenheit bot. Mein Partner reagierte wunderbar. Sicher auch, weil er dadurch für sich den Weg frei sah, dasselbe zu tun.
Bisher klappt das ganz gut, und es passt zu unserer Vorstellung, anderen Partner*innen einen gleichwertigen Stellenwert geben zu wollen. Aber dass es funktioniert, liegt natürlich auch massgeblich an unseren jeweiligen Partner*innen, die dies (zu meinem anhaltenden Erstaunen) mittragen. (<3)
