Nach Jahren der Krise und des Umbruchs ist mein Liebesleben im Moment an einem sehr schönen Ort. Der neue Modus der nicht-exklusiven Beziehungsführung hat sich normalisiert, und er funktioniert. Darüber staune ich sehr und manchmal kann ich es noch gar nicht richtig glauben. Vor allem erstaunt mich, dass es Menschen gibt, die sich darauf einlassen (an dieser Stelle ein Shoutout an meinen Freund und die Freundin meines Partners). Mit meinem Partner gibt es seit Monaten kaum noch Gesprächsbedarf über dieses Thema. Ich bin innerlich ganz ruhig. Zu erleben, dass sich an unserem Verhältnis zueinander nichts ändert, auch wenn es weitere romantische Beziehungen in unseren Leben gibt, ist für mich eine Schlüsselerfahrung – unsere Beziehung ist so zugewandt und tragfähig wie eh und je. Dasselbe gilt für die Beziehung zu meinem Freund (Ich glaube, wir beide sträuben uns ein wenig gegen diese Bezeichnung, aber ich handle das hier pragmatisch). Auch er ist nicht in einer exklusiven Beziehung zu mir. Das schmälert unsere Verbundenheit zueinander jedoch nicht. Es ist vergleichbar mit guten Freundschaften: Eine nahe und vertrauensvolle Freundschaft wird nicht dadurch infrage gestellt, dass ich auch mit jemand weiterem befreundet bin. Zu erleben, dass das in romantischen Beziehungen genauso sein kann, ist sehr befreiend. Ich könnte es mir nicht mehr anders vorstellen.

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