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  • Erotik

    Heterosexuelle Paare sind häufig mit sexueller Unlust seitens der Frau konfrontiert. Eine neuere Studie zeigt nun, dass dies stark mit ungleich verteilter Hausarbeit und den damit verbundenen unsichtbaren Verantwortlichkeiten zu Lasten der Frau zusammenhängt, dem sogenannten «mental load». Die Frauen nehmen ihre Partner als abhängig von sich wahr, ähnlich wie Kinder es sind (so steht es tatsächlich in der Studie). Und das Gefühl zu haben, man sei auch noch die Care-Giverin für den Partner, ist, surprise, sexuell abturnend. Neben dem Drandenken, dass die Bettwäsche gewechselt und Staub gewischt werden sollte, schliesst der «mental load» auch die Pflege sozialer Beziehungen mit ein. Auch dies bleibt in Hetero-Beziehungen vor allem an den Frauen hängen. Hinzu kommt, dass Frauen für ihre Partner oft die einzigen Personen sind, mit denen sie über Persönliches sprechen, während Frauen meistens ein grösseres soziales Netz pflegen und sich mit verschiedenen Freund:innen austauschen. Auch hier sind Männer also abhängiger.

    Meine Beobachtung aus meinem persönlichen Umfeld ist, dass Frauen ihren Partnern in kommunikativen und emotionalen Kompetenzen oft haushoch überlegen sind, und die Beziehung auf dieser Ebene nicht auf Augenhöhe stattfindet. Die Frauen spielen, provokativ formuliert, auch noch ein bisschen «emotionale Geburtshelferin» für ihre Partner. Sie helfen ihnen auf die Sprünge, ihren Gefühlen auf den Grund zu gehen, sie zu benennen, und zu reflektieren, und müssen in diesem Prozess mit einer Menge an verletzendem und unreifem Verhalten dealen. Sexy? Eher nicht. Kürzlich war ich mit einer guten Freundin Mittag essen, und sie verkündete, von nun an keinen Strich mehr als 50% der emotionalen Arbeit in Beziehungen zu übernehmen. High Five, Sister! (obwohl natürlich auch die Erkenntnis der ungleichen Verteilung, das Überlegen und Umsetzen von Strategien, wiederum emotionale Arbeit für die Frau bedeutet. Aaargh)

    Meine persönlichen take-aways aus diesen heterosexuellen Problemlagen:

    • Allein (bzw. ohne Partner) wohnen vermeidet unsexy Beziehungsthemen, und ist der Erotik zuträglich (High five an mich!)
    • Die Beziehung anpassen. Wenn ich unglaublich auf ihn stehe, aber merke, dass es emotional/kommunikativ schwierig ist, belasse ich es vielleicht lieber bei einer schönen Affäre, als ihn zum Zentrum meines Lebens zu machen (das würde ich sowieso nicht empfehlen). Ich konzentriere mich auf das, was zwischen uns gut funktioniert, und lasse den Rest weg (siehe Blog Post zum Thema «Spielraum»).