Nicht mehr zusammenzuwohnen und dabei in unterschiedlichen Städten zu leben, hat unsere Beziehungsdynamik grundlegend verändert.
Während wir uns vorher praktisch 24/7 gesehen haben, treffen wir uns jetzt noch ein- bis zweimal die Woche. In mehr oder weniger regelmässigen Abständen verbringen wir ein Wochenende zusammen. Es ist weniger selbstverständlich, einander zu sehen, und wir überlegen eher genauer, was wir zusammen unternehmen könnten, um eine schöne Zeit zu haben.
Im Alltag sind wir eigentlich immer irgendwie im Austausch, nehmen Anteil am Leben des anderen und wissen, was läuft. Emotional ist die Beziehung nicht distanzierter geworden. In dieser Hinsicht ist tatsächlich immer noch alles wie vorher. Ich vermute, dass das auch mit unserer mittlerweile 22-jährigen Beziehungsdauer zu tun hat.
Eine Downside ist für mich, dass weniger Zeit für friedliches Co-Existieren bleibt. Planloses, stundenlanges Rumfläzen hatte (in Maßen) schon auch was. Dafür finde ich es schön, in einer anderen Stadt auch noch ein wenig eine Wohnung zu haben und zu Hause zu sein (mittlerweile sogar in zwei Städten;)).
Unbezahlbar ist die Möglichkeit der Privatsphäre mit anderen Partner:innen, die sich durch die getrennte Wohnsituation ergibt. Im Sinn der Wertschätzung und Vollwertigkeit der anderen Personen wäre für mich im Moment gar kein anderes Szenario vorstellbar.

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